Wenn sich ein Smartphone-Akku sichtbar ausdehnt oder das Gehäuse nach außen drückt, handelt es sich nicht um einen normalen Verschleiß, sondern um ein ernstzunehmendes Warnsignal. Ein aufgeblähter Akku zeigt an, dass im Inneren der Zelle chemische Prozesse aus dem Gleichgewicht geraten sind. Da moderne Smartphones fast ausschließlich Lithium-Ionen-Akkus verwenden, ist das Risiko einer Gasbildung bei falscher Nutzung, Überhitzung oder Alterung besonders relevant. Um Schäden am Gerät und mögliche Gefahren für den Nutzer zu vermeiden, lohnt sich ein genauer Blick auf die Ursachen und die typischen Symptome.
Wie funktioniert ein Smartphone-Akku?
Ein Lithium-Ionen-Akku besteht aus mehreren Schichten, darunter Anode, Kathode, Separator und Elektrolyt. Während des normalen Betriebs wandern Lithium-Ionen zwischen den Elektroden hin und her und ermöglichen so das Laden und Entladen. Dieser Prozess ist stabil, solange Temperatur, Spannung und Materialzustand im vorgesehenen Bereich bleiben. Kommt es jedoch zu Überlastung oder Materialabbau, können Nebenreaktionen entstehen, bei denen sich Gase bilden. Diese Gase sammeln sich im Inneren der Zelle und führen dazu, dass sich der Akku aufbläht.
Hauptursachen für einen aufgeblähten Smartphone-Akku
1. Überladung und falsches Ladeverhalten
Auch wenn moderne Smartphones Schutzmechanismen besitzen, kann ein defektes oder minderwertiges Ladegerät dazu führen, dass der Akku zu lange unter hoher Spannung steht. Dadurch steigt die Temperatur im Inneren, was chemische Zersetzungsprozesse begünstigt. Besonders problematisch ist es, das Gerät dauerhaft am Strom zu lassen oder über Nacht zu laden.
2. Überhitzung durch Nutzung oder Umgebung
Hitze ist einer der größten Feinde eines Lithium-Ionen-Akkus. Intensive Nutzung, etwa beim Gaming oder bei hoher Displayhelligkeit, kann die Temperatur stark erhöhen. Auch äußere Faktoren wie direkte Sonneneinstrahlung oder das Liegenlassen im Auto führen zu einer Überhitzung, die die Stabilität des Elektrolyten beeinträchtigt und Gasbildung auslösen kann.
3. Natürliche Alterung des Akkus
Mit jedem Ladezyklus verliert ein Akku ein wenig seiner ursprünglichen Kapazität. Nach mehreren hundert Zyklen beginnen Elektrolyt und Elektrodenmaterialien zu altern. Diese Alterungsprozesse können dazu führen, dass sich instabile Verbindungen bilden, die wiederum Gase freisetzen. Ein aufgeblähter Akku ist daher häufig ein Zeichen für das Ende der Lebensdauer.
4. Mechanische Beschädigungen
Ein Sturz oder eine starke Verformung kann die inneren Schichten des Akkus beschädigen. Selbst wenn äußerlich keine Risse sichtbar sind, können interne Kurzschlüsse entstehen, die chemische Reaktionen auslösen und Gasbildung verursachen. Besonders dünne Smartphone-Gehäuse verstärken dieses Risiko.
Welche Risiken entstehen durch einen aufgeblähten Akku?
Ein aufgeblähter Smartphone-Akku sollte niemals ignoriert werden. Die Ausdehnung kann das Display herausdrücken, das Gehäuse verformen oder interne Komponenten beschädigen. In extremen Fällen besteht die Gefahr eines thermischen Durchgehens, bei dem der Akku überhitzt und Feuer fangen kann. Auch das Austreten von Elektrolytgasen stellt ein gesundheitliches Risiko dar.
Wie erkennt man einen aufgeblähten Smartphone-Akku?
Typische Anzeichen sind ein gewölbtes Display, ein sich öffnendes Gehäuse oder ein ungewöhnlich warmer Akku. Oft bemerkt man auch, dass das Gerät nicht mehr flach auf dem Tisch liegt oder sich beim Drücken auf das Display ein federnder Effekt zeigt. Diese Symptome sollten sehr ernst genommen werden, da sie auf eine fortgeschrittene Schädigung hinweisen.
Was tun, wenn sich der Akku aufbläht?
Ein aufgeblähter Akku darf nicht weiterverwendet werden. Das Gerät sollte sofort ausgeschaltet und nicht mehr geladen werden. Wenn der Akku entnehmbar ist, sollte er vorsichtig entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Bei fest verbauten Akkus empfiehlt sich der Gang zu einem autorisierten Reparaturdienst. Wichtig ist, den Akku nicht zu öffnen, nicht zu durchstechen und nicht zu quetschen.
Wie lässt sich eine Aufblähung verhindern?
1. Schonendes Ladeverhalten
Es ist ratsam, den Akku möglichst zwischen 20 % und 80 % zu halten und extremes Laden oder Entladen zu vermeiden. Auch das Laden über Nacht sollte reduziert werden, um unnötige Belastung zu verhindern.
2. Vermeidung von Hitze
Smartphones sollten nicht in direkter Sonne liegen oder in geschlossenen Autos zurückgelassen werden. Auch beim Spielen oder Streaming lohnt es sich, das Gerät gelegentlich abkühlen zu lassen.
3. Verwendung hochwertiger Ladegeräte
Originalzubehör oder zertifizierte Ladegeräte sorgen für stabile Spannung und schützen den Akku vor Überlastung. Billige Ladegeräte können dagegen unkontrollierte Spannungsspitzen verursachen.
4. Rechtzeitiger Akkutausch
Wenn die Akkuleistung deutlich nachlässt oder das Gerät ungewöhnlich warm wird, kann ein frühzeitiger Austausch verhindern, dass es überhaupt zu einer Aufblähung kommt.
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